Roland Barthes und die Mythen des Alltags

Author: Sabine Walther-Vuskans

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3640863410

Category:

Page: 60

View: 5874

DOWNLOAD NOW »

Studienarbeit aus dem Jahr 1992 im Fachbereich Deutsch - Sonstiges, Note: 2, Universitat Bremen, Veranstaltung: Diskursanalyse und Literaturwissenschaft, 31 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Arbeit mit einer 1 oder 2 bewertet wurde, gebe daher vorsichtshalber eine 2 an., Abstract: Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg, Frankreich, geboren. Er starb am 26. Marz 1980 an den Folgen eines Autounfalls. Dazwischen: ein abwechslungsreiches Tatigsein: Studium der Literatur, Theaterarbeit, zahlreiche Lehrtatigkeiten, Lektorat an der Universitat von Alexandrien, Professur fur Semiologie am College de France. Die lexikalischen Bezeichnungen fur diesen Schreiber sind zahlreich: Semiologe, Marxist, Philosoph, Sprachwissenschaftler, Literaturwissenschaftler, Kritiker, Schreiber, Professor, Strukturalist, Ideologiekritiker. Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Ablehnung der apologetischen Funktion der burgerlichen Literatur und er diese Funktion verdeckenden asthetischen Wertkategorien der traditionellen Literaturwissenschaft. Barthes stritt um die Loslosung von Sprache und Literatur aus mythologischen" Festschreibungen durch Sinnuberfrachtungen und Fixierung von Bedeutungen sprachlicher Zeichen." Er suchte den Nullpunkt der Literatur" - den Punkt, an dem Literatur indem sie nur sich selbst aussagt, indirekt auch etwas uber die Bedingungen ihrer Entstehung und damit ihr historisches Umfeld aussagt -, sowie die Leere" des sprachlichen Zeichens - das Teil eines Sprech- und Schreibrituals ist und als solches nicht uber Eigenbedeutung verfugt, sondern Hulle" ist. Barthes wollte auf der Ebene des Formalen - der Struktur - Wirklichkeit beschreiben - da ihm jede inhaltliche Aussage zwangslaufig ideologiegebunden erschien, suchte er nach Moglichkeiten, Literatur nicht endgultig bewertend zu beschreiben. Dabei thematisierte er selbst wiederholt zwei Widers

„LTI“ und die „Mythen des Alltags“

Ein Vergleich der Mythologien Victor Klemperers und Roland Barthes ́

Author: Erik Pester

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3656262802

Category: Literary Criticism

Page: 17

View: 6419

DOWNLOAD NOW »

Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik, Note: 1,0, Universität Hamburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Ziel dieser Arbeit ist es, zwei sprachwissenschaftliche Arbeiten aufeinander zu beziehen, für die schon bei einer rein formalen Betrachtung eine Reihe von Parallelen und Gemeinsamkeiten festgestellt werden können. Sie wurden beide in der unmittelbaren Nachkriegszeit veröffentlicht: Victor Klemperers „LTI. Notizbuch eines Philologen“ (im Folgenden nur: „LTI“) erschien 1947, die Einzelanalysen Roland Barthes ́ in der späteren Zusammenstellung „Mythen des Alltags“ in den Jahren von 1952 bis 1956. Die Gesamtausgabe von 1956 enthält zudem einen zusätzlichen Abschnitt mit theoretischen Betrachtungen (Neumann 2009, S. 98). Da beide gewissermaßen hinter die Kulisse der Sprache oder des Zeichens im allgemeinen blicken wollen , erscheint es reizvoll, mögliche tieferliegende Gemeinsamkeiten beider Werke freizulegen. Erschöpfend und unter allen Perspektiven kann dies im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden. Daher soll hier in einfacher Operatonalisierung Klemperers Vorgehen gewissermaßen durch die Brille Barthes ́ betrachtet werden. Nach einer kurzen, dem Fokus der Arbeit angemessenen Darstellung der Mythenkonzeption Roland Barthes ́, wird das Vorgehen Klemperers erläutert, bereits mit Blick auf die zuvor aufgeführten theoretischen Konstrukte. Einige aussagekräftige Beispiele werden nachfolgend zur Überprüfung der Hypothese herangezogen, Klemperers Untersuchung der Sprache im Dritten Reich sei eine mythologische Analyse, wie Roland Barthes sie in „Mythen des Alltags“ zu formulieren versucht.

Die Renaturalisierung des Mythos

Analyse von Texten aus Roland Barthes "Mythen des Alltags"

Author: Daniel Brockmeier

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3640453107

Category: Literary Criticism

Page: 29

View: 5166

DOWNLOAD NOW »

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik, Note: 1,0, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar: „Die Semiologie Roland Barthes“, Sprache: Deutsch, Abstract: Roland Barthes Mythentheorie aus "Mythen des Alltags" (1964) wird mit Hilfe von Nelson Goodmans Symboltheorie kritisch analysiert. Das Ergebnis dieser Anaylse, dass der Mythos Bezugnahmegebiete ausblendet, wird dann im Gegenzug wieder an den Essays von Roland Barthes geprüft.

Werbung: Märchen & Mythos des modernen Alltags

Semiotische Werbebildanalyse nach Roland Barthes

Author: Catrin Neumayer

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3640873335

Category: Business & Economics

Page: 16

View: 1559

DOWNLOAD NOW »

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media, Note: 1, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Sprache: Deutsch, Abstract: Seit Anbeginn der Zeit sind Bilder wesentlich für den Mensch, seine Kultur und Sozialisation. Im Zeitalter einer globalisierten, mediatisierten Kultur wird unser Alltag durch Bilder geprägt, sie begegnen uns immer und überall, was mit dem klingenden Namen „Iconic Turn“ bezeichnet wird. Dabei sind Bilder jedoch keine starren Gebilde, denen eine fixierte Bedeutung innewohnt, auch wenn dies zugegebener weise aufgrund der Unveränderlichkeit eines Bildes den Anschein macht, sondern diesen können mittels Bedeutungszuweisungen verschiedenste Sinne zugeschrieben werden. Diese Polysemie von Bildern aufgrund der einem Bild eben mehrere Vorstellungsbilder innewohnen ferner zugeschrieben werden können, macht sich vor allem die Werbung zunutze, indem Bilder mit Emotionen, Werten und Unverwechselbarkeitsattributen besetzt werden, die die Kaufkraft der Rezipienten fördern soll. Diese (strategische) Besetzung erfolgt über die Verbindung von Zeichen und (sprachlichen) Codes, wobei die Werbemacher zunehmend auf semiotische Grundlagen der Kodierung zurückgreifen, was die Semiotik zu einem interessierenden Gebiet für Unternehmen macht einerseits, die Werbung und die darin verwendeten Bilder indes ein wichtiges Gebiet der Semiotik darstellen andererseits. Diese Thematik wurde bereits von Roland Barthes, einem der frühen und wichtigsten Vertreter der Literatur- und Kultursemiotik, thematisiert. Ziel dieser Arbeit ist es, die von Roland Barthes entwickelten Modelle der angewandten Semiotik, auf die Konzepte und Grundlagen (post)moderner Werbeformen zu beziehen. Demzufolge sollen die von Barthes entwickelten Modelle der Werbeikonographie, die er im Rahmen der „Mythen des Alltags“ und „Rhetorik des Bildes“ hervorgebracht hat Anwendung finden, sowie seine Texte „Die Fotografie als Botschaft“ und der „Der Werbespot“, aufgrund ihrer erhöhten Relevanz zur genannten Thematik, in Betracht gezogen werden. Im Anschluss daran soll ein Werbebild anhand der bartheschen Methodologie analysiert werden, um aus dieser Anwendung eine zusammenfassende Betrachtung der bartheschen Werbesicht entwickeln zu können. Aufgrund der einfacheren Lesbarkeit und des besseren Verständnisses wird nachfolgend auf die weibliche und männliche Doppelform sowie auf den Einsatz von Wortverbindungen mit -Innen verzichtet. Die männliche Form erfasst somit jeweils auch die weibliche Form und umgekehrt.

Versuche der Auflösung-- Andeutungen von Synthesen

über die Mythisierung von Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" in der Literaturwissenschaft

Author: Thomas Gilla

Publisher: Königshausen & Neumann

ISBN: 9783826027888

Category: Myth in literature

Page: 202

View: 5425

DOWNLOAD NOW »

Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften wird in einem beträchtlichen Teil der Forschungsliteratur mythisiert. In der vorliegenden Untersuchung wird gefragt, welchen Ursprung der Mythos hat, der dabei entstanden ist, welche Charakteristika die Interpretationsverfahren aufweisen, die sein Erscheinen befördert haben, und wie das Bild aussieht, das dabei vom Mann ohne Eigenschaften gezeichnet wird. Entscheidend für einen Mythos ist, dass er eine Gewissheit hervorruft, die nicht durch naturwissenschaftliche oder mathematische Methodik erreicht werden kann und aufgrund derer nicht notwendigerweise das als unwahr betrachtet wird, was zu dieser Gewissheit im Widerspruch steht. Die Paradoxie, dass mit dem Mann ohne Eigenschaften ein Roman interpretiert wird, der jede Interpretation fraglich macht, gerät hier ins Blickfeld. Der Mythos verweist dabei auf den leeren Raum im Zentrum des Romans. In immer neuen Anläufen werden die Erscheinungsweisen des Mythos Mann ohne Eigenschaften herausgearbeitet und untersucht. Der Roman erscheint trotz oder gerade wegen seiner Skepsis gegenüber jeder endgültigen Lösung als Erlösungswerk, als Bewältigung von Musils eigenen Lebens, als formvollendetes Fragment oder als dämonisch-monströses Labyrinth.

Das System der Verkennung

Christa Wolfs Arbeit am Medea-Mythos

Author: Martin Beyer

Publisher: Königshausen & Neumann

ISBN: 9783826033766

Category: Medea (Greek mythology) in literature

Page: 277

View: 8750

DOWNLOAD NOW »

Der Satiriker und der Theoretiker: Karl Kraus und Roland Barthes als Ideologiekritiker

Author: Christoph Eyring

Publisher: diplom.de

ISBN: 3863419316

Category: Literary Criticism

Page: 46

View: 4694

DOWNLOAD NOW »

Karl Kraus, der Satiriker der Apokalypse (Edward Timms), veröffentlichte mit der Fackel von 1899 - 1936 in Wien eine Zeitschrift, in der er die mannigfachen Zerfallserscheinungen der mitteleuropäischen Zivilisation um die Jahrhundertwende insbesondere auf ihre Sprachverwendung zurückführt und anhand dieser sichtbar macht und kritisiert.Als ein wesentlicher Aspekt der herrschenden Sprachverwendung Sprache zu funktionalisieren sei einerseits Ausdruck als auch Ursache eines verkümmernden Bewusstseins, dem Vorstellungskraft sowie Geist fehlten. Die Phrase als zu einer leeren Form erstarrten Sprache ist die fortgeschrittenste Manifestation dieses Bewusstseins. Die von Kraus exzessiv geübte Kritik an der Phrase ist somit nicht bloß abstrakte Sprachkritik, sie hat vielmehr stets auch einen gesellschaftskritischen Gehalt. Sie kritisiert Ideologie als Ausdruck des herrschenden Bewusstseinszustands einer Gesellschaft, die beinahe bewusstlos ihren eigenen Untergang - den Millionen Tote fordernden 1. Weltkrieg - tausendfach in ihren Presseerzeugnissen heraufbeschwört. Neben einem kurzen Überblick über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Wien/Österreich-Ungarn um die Jahrhundertwende gibt die Arbeit einen knappen Eindruck von der enormen Bedeutung und Verantwortung des damaligen Pressewesens, um sich dann dem Begriff der Phrase zu widmen. Ideologiekritik zu üben ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt der Schriften des französischen Theoretikers Roland Barthes. In dem 1957 veröffentlichten Text Mythen des Alltags kritisiert Barthes die zu diesem Zeitpunkt herrschende Ideologie in ihren vielfachen Ausprägungen anhand des (von ihm theoretisch entwickelten Begriffs des) Mythos. Der Mythos kann - ebenso wie die Phrase - als erstarrte Sprache bezeichnet werden; darüber hinaus übt er bestimmte Funktionen aus, insbesondere das, wovon er handelt, als naturgegeben erscheinen zu lassen; 'Geschichte in Natur zu verwandeln', wie Barthes es ausdrückt. Der Mythos als eine Form kollektiver Vorstellungen hat somit in Bezug auf die Ideologie einer Gesellschaft eine stabilisierende Funktion. Die Arbeit stellt kurz die Mythen des Alltags, den Begriff des Mythos sowie die Semiotik als Methode vor, um schließlich nach einer etwaigen Anwendung des Mythos-Begriffs auf die Satire von Karl Kraus zu fragen und mögliche Parallelen zwischen beiden Kritikern bzw. ihren Schriften zu ermitteln.

Hans Erich Nossack und das Mythische

Werkuntersuchungen unter besonderer Berücksichtigung formalmythischer Kategorien

Author: Andrew Williams

Publisher: Königshausen & Neumann

ISBN: 9783826028441

Category: Myth in literature

Page: 242

View: 6440

DOWNLOAD NOW »

Urbanes Zusammenleben

Zum Umgang mit Migration und Mobilität in europäischen Stadtgesellschaften

Author: Wolf-Dietrich Bukow

Publisher: Springer-Verlag

ISBN: 9783531170541

Category: Social Science

Page: 261

View: 3731

DOWNLOAD NOW »

Seit der letzten Globalisierungswelle hat sich die (grenzüberschreitende) Mobilität noch einmal erheblich verstärkt. Die Reaktionen hierauf sind unterschiedlich. Während europäische Stadtgesellschaften auf der Alltagsebene auf die Jahrhunderte lang erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt zurückgreifen können und so mit der zunehmenden Diversität überwiegend erfolgreich umzugehen vermögen, orientiert sich die öffentliche Debatte weiter an nationalen Vorstellungen, die dem entgegenstehen. Die Arbeit zeigt auf, wie dringend es geboten ist, sich der bewährten urbanen Kompetenz im Umgang mit Vielfalt zu vergewissern und die Gesellschaft von dort aus neu zu entwerfen.

Spielräume des Alltags

literarische Gestaltung von Alltäglichkeit in deutscher, französischer und italienischer Erzählprosa (1929-1949)

Author: Christiane Solte-Gresser

Publisher: Königshausen & Neumann

ISBN: 3826044177

Category: European prose literature

Page: 435

View: 8186

DOWNLOAD NOW »

Zeitgenössische Mythen und ihre gesellschaftliche Konstruktion, Rezeption und Funktion - Das Bildnis Che Guevaras

Author: Mirja F. Rst,Mirja Fürst

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3640779541

Category:

Page: 116

View: 4077

DOWNLOAD NOW »

Magisterarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe, Note: 1,0, Rheinisch-Westfalische Technische Hochschule Aachen, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Kommentar des Dozenten: "Sie haben schwer vereinbare Theorien (Barthes+Goodman) miteinander verbunden, insgesamt eine sehr schone Arbeit.," Abstract: Die Geschichte der Menschheit ist eine rekonstruierte, denn sie ist immer etwas Vergangenes und darum als ein Faktensystem schwer zu uberprufen. Erst im Nachhinein kann sie durch Quellen rekonstruiert werden. In der zeitgenossischen Gesellschaft existiert durch die Massenmedien eine scheinbare luckenlose Dokumentation der zeitgeschichtlichen Ereignisse. Dabei wird jedoch oft die Manipulierbarkeit dieser Medien und die subjektive Bezugnahme auf das jeweilige Objekt ubersehen. Die Wirklichkeit und Realitat, die uber Printmedien oder Fernsehen vermittelt wird, empfinden die Rezipienten als naturlich und objektiv. Insbesondere Fotografien gelten als Abzuge des Realen. Doch handelt es sich wirklich um dokumentiertes Zeitgeschehen? Oder konstruieren wir anhand dieser Symbole nur Mythen, die sich in der wiederholten Rezeption von Generation zu Generation weiter verfestigen, bis wir sie als naturliche Wertesysteme und Wahrheiten auffassen? In unserem sozialen Umfeld werden bestimmte Fotos von derselben Person oder dem gleichen Ereignis vor allem in den Medien gehauft gezeigt und wiederholt rezipiert. Sie stellen ein Symbol mit einer Bedeutung dar und meist zeigen sie Personen oder geschichtliche Ereignisse, die wir umgangssprachlich als Mythos bezeichnen. Dabei ist dieses Foto eigentlich nur ein historisches Dokument, nicht mehr und nicht weniger. Doch diese speziellen Bilder erhielten einen Sonderstatus im kollektiven Gedachtnis. Warum werden genau diese Bilder ein mythisches Symbol? Um dieses Phanomen zu erklaren verdeutliche ich in dieser Arbeit, dass die zeitgenossische Gesellschaft nach wie vor eine mythische ist.Die Massenme

Radio-Kultur und Hör-Kunst

Zwischen Avantgarde und Popularkultur 1923-2001

Author: Andreas Stuhlmann

Publisher: Königshausen & Neumann

ISBN: 9783826020971

Category: Radio audiences

Page: 346

View: 7217

DOWNLOAD NOW »

Mythos in der Postmoderne: Christoph Ransmayrs Die letzte Welt

Author: Nick Bscher

Publisher: Diplomica Verlag

ISBN: 3836692481

Category: Language Arts & Disciplines

Page: 82

View: 7452

DOWNLOAD NOW »

Die Untersuchung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Mythos und Postmoderne und stellt Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt" im Rahmen einer textnahen Analyse in den Kontext der postmodernen Mythos-Rezeption. Mit der "Letzten Welt" macht Ransmayr den Mythos in Form der Ovidischen "Metemorphoses" zum Thema der deutschen Gegenwartsliteratur und rehabilitiert den mythischen Stoff. Hans Blumenbergs maágebliches theoretisches Werk "Die Arbeit am Mythos" legitimiert die postmoderne Kehrtwende hinsichtlich der Bewertung des Mythos fr die Literatur. Der Mythos scheint vom ideologisch-totalit„ren und antirationalen Generalverdacht rehabilitiert. Das lange geltende Diktum "Vom Mythos zum Logos" gilt in der Postmoderne nicht mehr uneingeschr„nkt und erf„hrt seine Relativierung. Die allgemeinen Tendenzen postmoderner Literatur werden zu Geburtshelfern eines neuen Zugangs zu den mythischen Stoffen, so die hier vertretene These. Intertextualit„t, Mehrfachkodierung, Autoreflexivit„t, Ironie und Rhizomstruktur als konstitutive Elemente der postmodernen Literatur vereinigen sich auf sinnf„llige Art und Weise mit dem Mythos. Auch der postmoderne Spielbegriff und der Tod des Autors werden im Zusammenhang mit der Mythos-Rezeption evident. Der spielerische und zwanglose Umgang mit der mythischen Stofftradition sowie der postmoderne Verlust der legitimen Autorschaft und die Verpflichtung zur Arbeit am Mythos sind fr Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt" konstitutiv, wie die Untersuchung zeigt. In Auseinandersetzung mit Max Horkheimers und Theodor W. Adornos "Dialektik der Aufkl„rung" bewahrheitet sich die These: Als Roman ber und mit dem Mythos steht "Die letzte Welt" in der Tradition von Blumenbergs "Arbeit am Mythos", als Roman der Krise aber zugleich in derjenigen der "Dialektik der Aufkl„rung". So oder so wird der Mythos-Rezipient zu einem Doppelagenten, wie ihn Leslie Fiedler in seinem programmatischen Aufsatz "šberquert die Grenze, schlieát den Graben!" fr die postmoderne Literatur fordert, der sich zwischen der Welt des freien intertextuellen Spiels, des Wunderbaren und der geschichtlichen Verantwortung bewegen muss.

Wie Mythen Sinn stiften. Ein Erklärungsversuch am Beispiel des Automobils

Author: Daniela Haußmann

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3638250784

Category: Social Science

Page: 18

View: 5314

DOWNLOAD NOW »

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe, Note: 1,0, Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Ludwig Uhland Institut für Empirische Kulturwissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar Mythen des Alltags, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn der Verstand angesprochen wird und das Herz reagiert Mythen sind eine Form der Wirklichkeitskonstruktion des Menschen. Die Art und Weise, wie er Dinge wahrnimmt, wird durch Mythen in codierter Form vermittelt und der Außenwelt zugänglich gemacht, die sich kollektiv desselben Mittels in Form des Mythos bedient um die Welt zu beschreiben und zu begreifen. Das was der Mensch nicht versteht versucht er für sich erklärbar zu machen, selbst wenn es sich dabei um eine sehr, zumindest anfangs, reduzierte Sprache handelt, die die Dinge zunächst einmal benennt, indem sie sie beschreibt und so dem Betrachter näher bringt. Der Mythos verlangt Auseinandersetzung. Verlangt Arbeit und Diskurs, bis er sich zu erkennen gibt und so den nebulösen Charakter verliert, in den er die Dinge hüllt und so dem direkten Zugriff auf sie verwehrt. Mythos, das heißt aktive Auseinandersetzung des Individuums, allein oder kollektiv. Mythos heißt aber auch verschiedene Ebenen in einer abgestuften Sozialisation mit vollem Bewusstsein erneut zu durchlaufen und so durch die Reduktion auf sich selbst kollektive Historie, Kultur, Wirtschaft etc. die dem Menschen im Sozialisationsprozess sedimentativ einverleibt wurden. Mythen geben also letztlich Aufschluss über den Menschen der in einer bestimmten Gesellschaft und damit Kultur lebt. Er gibt Auskunft darüber, wer wir sind und offenbart damit eine Tiefenstruktur, deren sich die Träger, denen sie immanent ist und die sie an die jeweilige Gesellschaftsstruktur bindet, in der sie groß geworden sind, unbewusst bindet. Der Mensch ist sich selbst mehr ein Rätsel als er denkt und erschließt sich in der Leistung, die er mit der Arbeit am Mythos erbringt, ein Stück weit selbst. Er kommt sich Schritt für Schritt selbst näher und erkennt sich als Teil eines größeren Zusammenhangs, einer Gruppe, in der er sich wieder findet, in die er neben vielen anderen Teilchen eines großen Ganzen mit eingewoben ist. Mythen spiegeln in ihrem Aufbau und ihrer Struktur die Gesellschaft wieder in ihrem Aufbau, in ihrer Geschichte, Kultur, Entwicklungsstand, sie wird gleichsam charakterisiert, um zugeordnet bzw. verstanden werden zu können, um für den menschlichen Verstand fassbar zu werden.